Hagbergturm

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Öffnungszeiten:

  • Ab dritten Sonntag im April bis Ende Oktober
    an Sonn- und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr (witterungsabhängig).

 

Turmwart

  • Holger Homberg
    Am Waldrand 7, 73577 Ruppertshofen
    T  0174 1920955
  • Horst Wahl
    Amselweg 6, 73577 Ruppertshofen
    T 07176 2477

 

Der Hagbergturm auf Internet-Karten

 


Die Geschichte des Hagbergturms

p5165797-zuschnittAls Überbleibsel von einer durch den König befohlenen Landesvermessung befand sich auf dem Hagberg ein Vermessungsgerüst. Dieses wurde von der Bevölkerung und den Kurgästen gerne bestiegen um die schöne Aussicht noch besser genießen zu können. Daraus hervorgehend wurde bereits im Jahre 1895 die Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Hagberg diskutiert. In den Gemeinden Altersberg und Gschwend ist zu diesem Zweck auch geworben und gesammelt worden. In Gschwend geschah dies unter Federführung des Verschönerungsvereins mit dem Vorsitzenden Oberförster Ortlieb. Im Jahre 1901 waren die Mittel soweit vorhanden, dass mit dem Bau begonnen werden konnte. Um die restliche Summe zur Deckung der Baukosten zu erhalten wurde unter anderem auch eine Lotterie veranstaltet. Interessant ist, dass zu diesem Zeitpunkt auch der Schwäbische Albverein einen Aussichtsturm bauen wollte und zwar auf der Hohen Tanne. Die besseren Argumente hatten die Gschwender weil hier bereits Geld vorhanden war und der Hagberg 20 m höher ist als die Hohe Tanne. Schließlich beauftragte der Verschönerungsverein Gschwend den Architekten Karl Maisenbacher aus Stuttgart mit der Ausarbeitung der Pläne zum Bau des Turms. Am 10. Mai 1901 wurden die Arbeiten an die Handwerker vergeben. Die Maurerarbeiten erhielt Maurermeister Herb aus Honkling, den Auftrag für den Blitzableiter Schlosser Bayerbach Gschwend, die Zimmerabeiten gingen an den aus Honkling stammenden Meister Dietrich unterstützt von den Meistern Schlipf aus dem Kaisersbacher Täle und Ströhle aus Hagkling. Bereits am 17. Mai brachten 9 Langholzfuhrwerke das nötige Stammholz aus dem Dammerswald zunächst auf den Marktplatz in Gschwend und nach einem fröhlichen Vesper vor dem Gasthaus Rößle schließlich zur Aufpolterung auf den Hagberg.

Die Einweihung des Bauwerks war am 1. September 1901, beginnend mit einem Festzug vom Marktplatz Gschwend aus. Der Festzug wurde an der Markungsgrenze bei Dinglesmad durch den Ortsvorsteher von Altersberg mit den „bürgerlichen Collegien“ nebst Feuerwehr und Kriegerverein begrüßt. Nach der Erwiderung des Gschwender Ortsvorstehers und dem Salut der Böllerschüsse vom Hagberg, bewegte sich  der Zug seinem Ziel entgegen. Mit einem Feuerwerk auf dem Hagberg endete die Einweihungsfeier.

Dem Vereinssprotokoll vom 21. Mai 1902 ist zu entnehmen, dass die Baukosten 3.227 Mark und 86 Pfennig betrugen.

Der Verschönerungsverein betreute zu dieser Zeit neben dem Hagbergturm auch den Badsee sowie die aufgestellten Ruhebänke für die hier weilenden Sommerfrischler und Kurgäste. Mit dieser Aufgabe hatte der kleine Verein bald die Grenze seiner finanziellen Möglichkeiten erreicht. Die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen am Turm konnten nicht immer im erforderlichen Umfang ausgeführt werden, sodass man im Jahre 1929 an den Schwäbischen Albverein mit der Bitte herantrat, ihn zu übernehmen. Da der Hagberg sehr stark von Wanderern besucht wurde und diese am Erhalt des Bauwerks starkes Interesse hatten,  sah man im Albverein den richtigen Partner als künftigen Eigentümer. Doch der lehnte zunächst aus Geldmangel ab. Auf Grund nicht nachlassender  Bemühungen war er 1936 schließlich bereit, den Turm zu übernehmen. Er erhoffte sich dadurch mehr Mitglieder zu erhalten, eventuell auch die Auflösung des Verschönerungsvereins unter gleichzeitigem Übertritt desselben zu ihm.

Ab dem Jahre 1939 diente der Hagbergturm der dort stationierten Flugwache als Beobachtungsposten. Um eine freiere Sicht zu erhalten wurde 1943 die obere Pagode abgenommen. Damit war der Schutz des Bauwerks gegen Witterungseinflüsse stark eingeschränkt. Um diesen Zustand zu beenden und den seit dem Krieg geschlossenen Turm wieder benutzen zu können, wurde er so schnell wie es eben in dieser schlechten Nachkriegszeit möglich war mit einem Dach versehen. Am 2. Oktober 1949 war die Einweihung des erneuerten Hagbergturms. Dies wurde mit einem Fest unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gebührend gefeiert.

Ein Sturm im Jahre 1970 versetzte dem Turm einen schweren Schlag, was sich im Laufe der folgenden Jahre fast zum Todesstoß für ihn entwickelte. Bei der Schadensfeststellung durch den Bausachverständigen des Albvereins rechnete dieser mit einem Aufwand von 30.000 DM für die Wiederherstellung des Aussichtsturms. Bedingt durch Geldmangel seitens des Hausbesitzers wurde die Angelegenheit weiter verschleppt, sodass der Turm wegen nicht mehr vorhandener Verkehrssicherheit 1973 geschlossen wurde. In der folgenden Zeit entwickelte sich die Angelegenheit soweit, dass von Seiten des Besitzers an einen Abbruch gedacht wurde mit dem Vorschlag zu einem späteren Zeitpunkt wieder einen Aussichtsturm zu bauen. Dies wurde von den Gschwendern abgelehnt und vom damaligen Kreisbaumeister Hauser wäre eine Abbruchgenehmigung nur in Verbindung mit einem gleichzeitigen Wiederaufbau zu erhalte gewesen. So zog sich die Angelegenheit hin bis der Druck durch die Gschwender Bevölkerung, der Gemeindeverwaltung, der hiesigen Albvereinsortsgruppe und anderen Stellen so groß wurde, dass der Hausbesitzer genötigt wurde endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Neubau zu tun. Die Besorgung der nötigen finanziellen Mittel erfolgte federführend durch den damaligen Bürgermeister Schmidt und Amtsrat Gerhard Wahl von der Gemeindeverwaltung Gschwend. Die Zuschüsse und Spenden ergaben schließlich einen solchen Betrag, dass der Hausbesitzer einen verhältnismäßig kleinen Eigenanteil zu tragen hatte.

Die Erd- und Maurerarbeiten wurden von den Firmen Stoll aus Honkling, Kurt Bauer Mittelbronn und die Zimmererarbeiten von Richard Maile Hagkling ausgeführt.

Am 21. Juni 1980 erfolgte die Einweihung des neuen Hagbergturms in seiner heutigen Form, was dem ursprünglichen Aussehen von 1901 sehr nahe kommt.

Herbert Volland


Im Turm befindet sich eine urige Turmstube, sowie ein Kiosk, welches an Sonn- und Feiertagen vom dritten Sonntag im April bis Ende Oktober von unseren Mitgliedern bewirtschaftet wird.

Außerhalb der bewirtschafteten Zeiten kann eine Besichtigung mit uns vereinbart werden, oder der Schlüssel gegen eine Kaution bei Klaus Frank im Wasserhof geliehen werden.
Ideal zu erreichen ist der Turm über den nahegelegenen Parkplatz beim Sturmhof.
Das Besichtigen des Turms wird belohnt mit einem herrlichen Ausblick auf die Schwäbische Alb mit Hohenstaufen, Teck, Hohenneuffen, Achalm, Roßberg und Hohenzollern. Westlich davon blickt man über den Schwäbischen Wald.
Man sieht das Windrad bei Welzheim und den Wasserturm bei Kaiserbach. Daran schließt sich der Murrhardter Wald an. Der Blick schweift über Juxkopf zu den Löwensteiner bergen und weiter über die Hohe Brach zu den Waldenburger Bergen. Nordöstlich folgt die Hohenloher Ebene mit dem Limburger Bergen und dem Einkorn. Man sieht die mächtige Kochertalbrücke. Im Osten reicht der Blick über die Kohlwaldhöhe hinüber zum Schloß Baldern und der Kapfenburg.

Weitere Informationen zum Hagbergturm erhalten Slie hier

 

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